Solidarität mit Kuba

Benefizfestival im Marvin’s setzt ein Zeichen gegen die Blockade

Das Verhältnis zwischen den USA und Kuba bleibt auch mehr als 60 Jahre nach Beginn des Embargos angespannt. Die US-Regierung hält an weitreichenden Wirtschafts- und Finanzsanktionen fest, die den Handel und internationale Finanzgeschäfte Kubas erheblich erschweren. Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Krise auf der Insel machen viele Solidaritätsinitiativen die jahrzehntelange Blockadepolitik mitverantwortlich für Versorgungsengpässe bei Medikamenten, Treibstoff und technischen Gütern. Aus Sorge um die aktuelle Entwicklung und als Zeichen der Solidarität mit der kubanischen Bevölkerung findet am Samstag, den 13. Juni, ab 15 Uhr im Marvin’s (Rosenstraße 6) das Kuba Soli Benefiz Festival statt. Der Eintritt ist frei, stattdessen werden Spenden für Kuba-Solidaritätsprojekte gesammelt, wie unter anderem „Cuba Sí“, eine Arbeitsgemeinschaft der Partei Die Linke, die sich für politische und materielle Solidarität mit dem sozialistischen Kuba engagiert, insbesondere durch Landwirtschafts- und Gesundheitsprojekte sowie das Zusammenstellen und Liefern von Spendencontainern. Für die Veranstaltung wurde ein Spendenkonto eingerichtet, auf das über einen QR-Code überwiesen werden kann. 

Die Idee für das Festival entstand aus persönlicher Betroffenheit, berichtet Organisator des Festivals Frank Pempe. Nach einer Kuba-Reise im vergangenen Jahr habe ihn die Verschärfung der wirtschaftlichen Situation auf der Insel und die Auswirkungen der US-Politik dazu bewegt, selbst aktiv zu werden. Besucherinnen und Besucher erwartet neben Live-Musik und Essen auf dem Benefizfestival auch ein Informationsprogramm mit aktuellen Berichten von Kuba-Reisenden, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Über die organisatorische Arbeit berichtet Pempe: „Es macht Spaß. Es kommt ganz viel zurück. Wir wollen einen schönen Tag haben.“

Das Kuba Soli Benefiz Festival wird am Nachmittag von der „Poly Session Group“ eröffnet und leitet damit einen vielfältigen musikalischen Tag ein. Im weiteren Verlauf folgen unterschiedliche Live-Acts aus verschiedenen Genres, die die Bandbreite des Programms widerspiegeln. Zunächst tritt „Beelzebub Airlines“ auf und verbindet Progressive Rock, Jazz-Rock und Psychedelic zu einem experimentellen Klangmix. Anschließend bringt Ottmar Koehler mit afrokubanischer Percussion rhythmische Elemente in das Festivalprogramm ein. Mit Nino folgt ein Beitrag aus Singer-Songwriter- und Weltmusik. Die „Global Music Player Allstars“ stehen für interkulturelle Musik in wechselnden Besetzungen und setzen damit ein weiteres Zeichen für musikalische Vielfalt. Danach spielen „Mieze“ sowie die Indie- und Alternative-Rock-Band „Boffa Blank & The Pink.“ Es folgt „False Lefty“, deren Stil sich zwischen Alternative Rock, Indie und Post-Punk bewegt.

Mit „Soham“ kommt schließlich ein Beitrag mit meditativ geprägtem Postpunk auf die Bühne, bevor der Abend in eine energiegeladene Schlussphase übergeht. Den Ausklang gestaltet die Band „Kerndrift“ aus Oldenburg, die für lauten, kraftvollen Powercross steht und das Festival mit rockiger Intensität beendet. 

Marvin’s Inhaber Frank Pempe ist es wichtig, darauf hinzuweisen: „Es geht um Kuba.“ Und ergänzt: „Es brennt auf der ganzen Welt. Dort brennt es noch nicht. Aber die Lunte wurde angezündet.“

Veröffentlicht: MoX Veranstaltungsjournal. Juni 2026. (11.06.2026).