„Wo stehen wir heute und jetzt?“ – Frauen*streik in Oldenburg

Am 9. März versammelten sich auf dem Oldenburger Schlossplatz über 1.900 Teilnehmer:innen, um sich am bundesweiten Frauen*streik zu beteiligen. Organisiert wurde die Demonstration vom Töchter Kollektiv, das ein vielfältiges Programm aus Redebeiträgen, Musik und kreativen Mitmachaktionen auf die Beine stellte. Rund um den Platz luden Stände zum Austausch ein, boten Möglichkeiten zur Vernetzung sowie Information und ergänzten das kuratierte Bühnenprogramm. 

In den Redebeiträgen ging es vor allem um Anerkennung und Gleichberechtigung, insbesondere in Pflegeberufen und in der Care-Arbeit, die noch immer überwiegend von Frauen* geleistet wird. Thematisiert wurde auch die oft unsichtbare Rolle der Frau als „Familienmanagerin“, die Organisation, emotionale Arbeit und Verantwortung im Alltag trägt, ohne dass diese Arbeit gesellschaftlich ausreichend anerkannt wird.

Dabei wurde deutlich benannt, wo Veränderungen notwendig sind: eine angemessene Bezahlung, die sich tatsächlich auf dem Lohnzettel widerspiegelt, bessere Ausbildungsbedingungen für junge Frauen*, mehr Sichtbarkeit von Frauen im Sport sowie insgesamt mehr Gleichstellung und gesellschaftliche Anerkennung in Bereichen, die traditionell von Frauen* geprägt sind. 

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Musikerin NAOMI aus Osnabrück. Mit ihrer Gitarre und gefühlvollen, zugleich politischen Liedern sorgte sie für besondere Momente auf der Bühne und unterstrich die Botschaften der Demonstration auf eindrucksvolle Weise. 

Auch einige Vereinsmitglieder des FC Medya Oldenburg standen auf der Bühne. In ihrem Beitrag plädierten sie für mehr Gleichberechtigung im Sport, für die stärkere Sichtbarmachung des Mädchenfußballs und für mehr Unterstützung von Mädchen, die sich im Sport ausprobieren möchten. 

Insgesamt beteiligten sich Menschen in über 80 Städten in ganz Deutschland an den Streiks. Die Veranstaltung in Oldenburg machte deutlich, wie viele unterschiedliche Themen und Perspektiven im Kampf für Gleichberechtigung zusammenkommen. Gleichzeitig wurde klar: Der Weg zu echter Gleichstellung ist noch lang. Die Demonstration auf dem Schlossplatz war damit nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch ein Aufruf, die Debatten und das Engagement fortzuführen. Eine gelungene Veranstaltung des Töchter Kollektivs, von der es hoffentlich weitere geben wird, denn erreicht ist das Ziel noch lange nicht.

Veröffentlicht: MoX Veranstaltungsjournal. März 2026. (19.03.2026).