Schutz für Frauen und Kinder – Das Hanna-Haus in Oldenburg 

Gewalt gegen Frauen und Häusliche Gewalt werden zunehmend gesellschaftlich wahrgenommen, thematisiert und geächtet. Dennoch sind die Fallzahlen weiterhin alarmierend hoch. Im Jahr 2011 wurde daher bereits das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ (die sogenannte Istanbul-Konvention) begründet, das 2018 in Deutschland wirksam wurde. Mit der Unterzeichnung verpflichteten sich die Vertragsstaaten zur Umsetzung von umfassenden Maßnahmen in Prävention und Intervention. 

Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass bundesweit weiterhin Frauenhausplätze fehlen. Der Abschlussbericht der Task Force des Europarates zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen* und häuslicher Gewalt, empfiehlt einen Familienplatz (eine Frau mit mindestens einem Kind) pro 10.000 Einwohner*innen. Im Rahmen des Aktionsplans den der Rat der Stadt Oldenburg 2020 beschlossen hat, wurde daher die Erweiterung der Schutzangebote für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder ausdrücklich als Maßnahme festgelegt. Ende 2025 wurde in Oldenburg das zweite Frauenhaus eröffnet. Das neue Frauenhaus der Johanniter, das den Namen Hanna-Haus trägt, besteht parallel zum Autonomen Frauenhaus. Beide dienen als Schutzhäuser, verfolgen jedoch unterschiedliche konzeptionelle Ansätze. Während der Standort des Autonomen Frauenhaus weiterhin anonymen ist, wurde der Standort des Frauenhauses Hanna bewusst öffentlich gemacht (Dammbleiche 22, 26135 Oldenburg). Unter dem Leitgedanken „Sichtbar, aber sicher“ soll deutlich werden, dass sich Frauen, die von Gewalt betroffen sind, nicht verstecken müssen. Und auch die kollektive Achtsamkeit spielt dabei eine Rolle: Die Einrichtung des Frauenhauses ist in der Nachbarschaft bekannt und wurde positiv aufgenommen. Niemand muss Bedenken haben, sich an das Hanna-Haus zu wenden. Wenn aus Sicherheitsgründen eine anonyme Unterbringung erforderlich ist oder diese von den Frauen gewünscht wird, erfolgt eine entsprechende Weitervermittlung. 

Der öffentliche Standort ermöglicht den Bewohnerinnen zudem, ihren Alltag weitgehend fortzuführen. Sie können beispielsweise ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen und ihre Kinder können fortgehend die Schule besuchen. Darüber hinaus wird im Haus eine offene Beratung angeboten, die sich auch an Frauen richtet, die nicht in der Einrichtung wohnen. Die Mitarbeitenden sind hierfür werktags von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

Im Frauenhaus Hanna stehen insgesamt 14 Plätze zur Verfügung, die unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigen. Es gibt unter anderem Zimmer für Frauen mit mehreren Kindern. Auch Söhne bis zum Alter von 18 Jahren können gemeinsam mit ihren Müttern aufgenommen werden. Das Haus ist rollstuhlgerecht gestaltet und richtet sich an alle Frauen* unabhängig von Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder einer bestehenden Behinderung.

                                                                                                                    

Kontakt

Haus Hanna – Johanniter-Frauen- und Kinderschutzhaus Oldenburg

Dammbleiche 22, 26135 Oldenburg

Telefon: 36132-899

Veröffentlicht: Extrablatt. Women Today Oldenburg. 02/2026.