Ein Tag, viele Stimmen

Zum Internationalen Tag der Migranten*Migrantinnen

Migration gehört zu den prägenden Themen unserer Zeit. Millionen von Menschen verlassen jedes Jahr ihre Heimat auf der Suche nach Sicherheit und Perspektive für die Zukunft. Die Gründe zur Entscheidung zur Flucht sind vielfältig und gleichermaßen unaushaltbar: Gewalt, Krieg, Unterdrückung, politische Verfolgung, Naturkatastrophen. Und auch das Ankommen ist ebenso schwer. 

Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) ist die Zahl der internationalen Migrantinnen und Migranten seit dem Jahr 2000 um 2,3 Prozent gestiegen und erreichte 2019 rund 272 Millionen Menschen. Darunter befinden sich etwa 70 Millionen Geflüchtete, die gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben wurden, viele von ihnen innerhalb der eigenen Landesgrenzen.

Der Internationale Tag der Migranten*Migrantinnen, der jedes Jahr am 18. Dezember begangen wird, erinnert an die Bedeutung von Schutz, Würde und Rechten für all jene, die ihre Heimat verlassen mussten. Er wurde vor 20 Jahren von der UN ins Leben gerufen, um die Öffentlichkeit weltweit auf das Schicksal und die Probleme der Menschen zu lenken, die ihr Heimatland angesichts anhaltender Konflikte, Kriege, Menschenrechtsverletzungen und Armut verlassen haben. Der Tag ruft Regierungen, Organisationen und Gesellschaften weltweit dazu auf, Migration als eine gemeinsame Verantwortung zu verstehen. Denn gerade migrierte Menschen sind durch ihren ungewissen Aufenthaltsstatus, ihre Ängste und Not machen oft schutzlos und werden damit – auch in Deutschland – leicht zu Opfern von Diskriminierung, Ausbeutung und Fremdenfeindlichkeit. 

In der Sparte 7 beschäftigen wir uns in diversen Formaten mit den Themen Flucht, Migration und Gedenken. Am 8. Dezember findet in der Exhalle der dritte Abend des Netzwerks Solidarisch in der Migrationsgesellschaft statt, bei dem der Künstler Riadh Ben Ammar mit seinem Solo-Stück „Bei den Linken“ auftritt und im Nachgespräch mit dem Publikum in den direkten Austausch geht. Im Dezember gibt es in der Sparte 7 zudem vermehrt Diskursgewitterabende, die sich thematisch mit Demokratie und rechten Strukturen auseinandersetzen und zu Information und Diskurs einladen. Aktuell probt die Produktion „Zwischen Hin und Her – Meine Flucht aus Syrien“ von und mit Malak Kadour, eine junge Oldenburgerin, die ihre Fluchtgeschichte in ihrem gleichnamigen Buch veröffentlichte und mit zwei Darstellerinnen im nächsten Jahr auf der Bühne des Spielraums erzählt. Die Premiere ist am 4. April 2026. 

Mit den aktuellen Produktionen und Veranstaltungsformaten setzt die Sparte 7 ein klares Zeichen für gesellschaftliche und künstlerische Auseinandersetzung. Die Projekte greifen die Themen Migration, Flucht und Zugehörigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven auf und schaffen Räume für Dialog und Reflexion. Theater versteht sich nicht nur als Ort der Darstellung, sondern auch des Verstehens und der Begegnung. Es schafft einen Raum, in dem gesellschaftliche Themen lebendig verhandelt werden.

Veröffentlicht: Oldenburgisches Staatstheater. Theaterzeitung. Dezember 2025/26.(06.12.2025). 

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